Wozu das Ganze?

Die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland vermittelte dem durchschnittlichen Konsumenten bzw. der durchschnittlichen Konsumentin ein heiles Weltbild einer durch den Sport vermittelten Friedensinitiative. Dabei fielen bereits während dieser medienträchtigen Großveranstaltung „unangenehme Begleiterscheinungen” (z.B. Hooliganschlachten beim „Public Viewing Event” in Dortmund und Stuttgart) einer subtilen Zensur zum Opfer.

Nach dieser wohlinszenierten internationalen Show finden nunmehr in den Ländern der Welt die Schattenseiten des Fußballs wieder öffentlich Erwähnung. Antisemitische Hetzjagden von französischen Hooligans in Paris, Ausschreitungen zwischen Ultras und Polizisten in Catania mit jeweils einem Todesopfer und nicht zuletzt Krawalle von Leipziger Hooligans gegen die Amateure von Wismut Aue stellen nur eine willkürliche Auswahl von schockierenden Ereignissen dar, die belegen, dass sich der Fußballsport trefflich eignet, rassistische, antisemitische und homophobe Weltanschauungen zu kultivieren und zu implementieren.

Ziele

Unsere Veranstaltungen beschäftigen sich mit der Populärsportart Fußball, seinen Begleitumständen, Fankulturen sowie den Schattenseiten in Form von Diskriminierungen jeglicher Art. Dabei gehen wir weiterhin von der These aus, dass der Fußballsport als Funktionsbereich in einzigartiger Weise tief verwurzelte reaktionäre gesellschaftliche Gesamtentwicklungen widerzuspiegeln in der Lage ist. Insofern dienen die Veranstaltungen der Sensibilisierung der Besucher_innen für die oben genannten Thematiken um der kritischen Reflexion willen und der Möglichkeiten ihrer Bekämpfung.

Zielgruppen

Adressat_innen unser Veranstaltungen sind Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 27 Jahren. Wir gehen davon aus, dass eine kritische Auseinandersetzung mit den o.g. Themen gerade für jüngere Menschen einen wichtigen Entwicklungsschritt darstellen kann.  Antidiskrimierungsarbeit kann nur funktionieren, wenn sie sich nachhaltig und intensiv der jüngeren Generation zuwendet.